Trauma

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Ressourcenorientierter Umgang mit Traumata

Symptome

Fühlen Sie sich häufiger schnell überfordert, erschöpft, das Priorisieren fällt Ihnen schwer, kreisen Ihre Gedanken – ohne einen Ausweg zu finden? Stressen Sie die alltäglichen Dinge schneller als Sie es möchten? Sind Sie schnell übererregt mit Zittern und Schwitzen, Anspannung und Schreckhaftigkeit oder auch/und traurig, antriebslos, schnell verängstigt und verspüren weniger Konzentrationsfähigkeit? Haben Sie Schlafprobleme, oder Probleme sich zu entspannen? Vermeiden Sie Aktivitäten, die persönlich unschöne Erinnerungen hervorrufen?
Die Symptome könnten für einen Erschöpfungszustand oder auch für Traumafolgestörungen stehen.

Es kann aber auch durchaus ein liebevoller, deutlicher Hinweis Ihres Körpers sein, dass er eine Auszeit braucht. Hier sollten Sie nicht lange zögern und den Aufforderungen Ihres Körpers lauschen, denn Prävention ist das Beste was Sie tun können.

Trauma

Trauma (griech.) wird übersetzt als „Wunde“, „Verletzung“.

Ein Trauma ist eine Situation die so hohe Anforderungen, große Ohnmacht und extreme Angst an den Körper stellt, dass der Körper nicht mehr adäquat reagieren kann. Durch die außergewöhnlichen Anforderungen greifen die normalen Anpassungs- und Bewältigungsstrategien des Menschen nicht mehr. Grob unterscheidet man in Schocktrauma und Entwicklungstrauma. 

Ein Schocktrauma ist eher einzeln abgegrenzt und es kann in einem Augenblick entstehen und besteht nicht über einen längeren Zeitraum.

Bei der Begrifflichkeit „Trauma“ denkt man direkt an – drohenden Tod, Naturkatastrophe, Übergriffe, Krieg, Missbrauch, Tod eines nahestehenden Menschen, dramatische Diagnosen oder schwere Unfälle. Ja, das sind alles tragische Auslöser für Traumata. ABER: Selbst, wenn die medizinischen Klassifikationssysteme (ICD-10 und DSM-IV) sehr scharfkantig umrissen sind, kann für jeden Menschen „Trauma“ etwas anderes bedeuten. Es kann die Trennung von einem Freund oder einer Freundin sein, der Arbeitsplatzverlust, eine Scheidung oder „nur“ ein Zahnarztbesuch.

Dr. Peter Levine, einer der Pioniere der neuzeitlicheren Traumatherapie, hat herausgefunden, dass man durch die Reaktionen des Betroffenen bzw. durch sein Nicht-Reagieren können in einer Situation Trauma erklären kann, aber nie anhand der Situation.

Treffend nach Dr. Peter Levin: zu viel, zu schnell, zu plötzlich.

Ereignis Zahnarztbesuch: Ein Klient bekommt z.B. das erste Mal einen Zahn gezogen.

Der behandelte Arzt spricht wenig und dazu noch wenig erklärend mit seinem Patienten. Die Schwester bereitet die Instrumente vor u.a. Zange und Spritze. Der Patient fühlt sich unaufgeklärt und bekommt Angst, wird unruhig, bewegt sich während der Behandlung, für den Arzt vielleicht ungünstig. Dadurch wird der Patient vom Praxispersonal festgehalten.

Der Patient kann in eine vorübergehende, völlige Situation der Ohnmacht geraten und fühlt sich unter Umständen auch bedroht. Die Sicht des Praxispersonals ist natürlich eine komplett andere. Sie haben ständig mit „solchen Patienten“ zu tun…

Es ist durchaus denkbar, dass sich dieses Ereignis bei dem Klienten, in der dafür relevanten Gehirnstruktur eingeprägt hat und ihn mit diversen Symptomen begleitet. 

Nicht jedes potenziell traumatische Ereignis ist ein Trauma und zieht zwangsläufig eine Traumafolgestörung nach sich. Eine Traumafolgestörung ist eine physiologische Erkrankung, bei der die Stressregulation nicht gut funktioniert.

Eine Belastungssituation ist erst dann traumatisch, wenn sie unsere persönlichen Kompensationsmechanismen übersteigt und unser individuelles Stressmanagement überfordert. Sie kann dann nicht verarbeitet werden und bleibt sozusagen „im Körper stecken“.

 

Von Entwicklungstraumata spricht man, wenn Menschen sich in stark belastenden Lebenssituationen über einen längeren Zeitraum befanden, z.B. Missbrauch – seelisch oder körperlich, Vernachlässigung oder diverse Misshandlungen. Hieraus können sich sog. komplexe Traumafolgestörungen entwickeln, bis hin zu einer dissoziativen Persönlichkeit. Ein solche Art Trauma greift ganz anders in die Persönlichkeitsstruktur und -entwicklung ein. 

Traumatische Erinnerungen sind sehr schlimm für die Betroffenen. Sie verändern sich nicht wie andere Erinnerungen. Es sind statische, tiefe Spuren, Abdrücke, die sich in Gehirn und Körperzellen eingegraben haben. Diese Abdrücke unterliegen keinen Veränderungen oder Aktualisierungen. Es gibt keinen Fluss und keine neuen Strategieansätze. Deshalb ist es wichtig, dass man sich dem Trauma nähert. 

Manchmal versteckt sich hinter einer Depression eine unerkannte Traumafolgestörung.

Ganz wichtig ist hier zu erwähnen, dass der Körper „nichts falsch macht“ – es ist eine Schutzfunktion für den betreffenden Menschen. Das Gehirn ist bemüht, Erlebtes zu verarbeiten. Es ist eine natürliche Reaktion des Körpers und der Psyche auf eine zutiefst belastende Erfahrung. Es ist also eine liebevolle Absicht eines genialen Systems.

Sekundärtraumatisierung:

An dieser Stelle ist auch zu erwähnen, dass das Thema Trauma nicht immer nur unmittelbar betroffene Menschen angeht. Es ist auch an die vielen Helfer aus den verschiedensten Berufsgruppen zu denken. Die sich Tag für Tag ihrem beruflichen Helfen widmen und in Situationen kommen, die für sie unheimlich schwer zu ertragen sind. Manchmal kann auf Grund von diversen Gegebenheiten z.B. Arbeitszeiten, zu kurze Ruhephasen, keine richtige Aufarbeitung, nicht genügend emotionale Abgrenzungsmöglichkeit etc., keine Kompensation stattfinden.

Auch zu erwähnen sind Ehe- und Lebenspartner bzw. Familienangehörige. Sie tragen geduldig die Last mit ihren Lieben. Auch hier ist manchmal Unterstützung wichtig.

Ressourcenorientierter Umgang mit Traumata

Dieser Umgang verfolgt einen salutogenetischen Behandlungsansatz.

Als Vater der Salutogenese gilt Aaron Antonovsky, bei seinem Modell steht die Frage im Vordergrund: Warum bleiben Menschen gesund? Was für ein schöner Ansatz, wie ich finde, statt die ganze Kraft in die Fragen nach Ursachen von Krankheiten und Risikofaktoren zu stecken. Das heißt nicht, dass diese Fragen unnötig sind, aber auch hier gilt es die Balance zu halten.

Bei dem ressourcenorientierten Umgang mit Traumata ist die Stabilisation vordergründig. Er ist phasenorientiert. Hierbei handelt es sich nicht um das Hervorrufen einer Retraumatisierung, vielmehr geht es um Stabilisierungsverfahren, Realisation der traumatischen Erfahrung, Personifizierung, Trauer und Akzeptanzphase, Integration des Erlebten und Erkennen oder Wiederentdecken der eigenen Ressourcen („Quellen“). Die Fokussierung auf die Ressourcen dient zur Herstellung des Gleichgewichts zu negativen Bildern.

Der Umgang fördert Selbstwirksamkeit, Autonomie und Selbstbestimmung des Menschen, um dessen Resilienz (siehe nähere Erläuterung) zu stärken.

Es ist möglich, dass man mit traumatischen Erinnerungen und den dazugehörigen Emotionen umgehen kann, ohne dass sie unser Leben negativ beeinflussen. Sie sind Teil unseres Weges – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Mir ist es ganz wichtig, mit Ihnen ein stabiles Arbeitsbündnis zu entwickeln, dass auf Vertrauen und Bindung basiert. Es geht um den Aufbau von Sicherheit, gegenseitiges Achten von Grenzen und Achtsamkeit allgemein. Sie sind immer die Experten Ihrer Lebenssituation. Ich möchte Ihnen eine Stütze sein, sobald Sie wieder Ihren Halt und Ihre Wurzeln zurückerobert haben, „entbinden“ wir uns. Sie entscheiden, wann die Bindung zu mir für Sie nicht mehr von Bedeutung ist. Das bringt Freiheit und Selbstverantwortung – Abhängigkeiten sind kontraproduktiv. Ihre Potentialentfaltung ist mir in diesem Zusammenhang ebenfalls sehr wichtig.

Haben Sie Ihre Potentiale erst einmal erkannt oder wiederentdeckt, werden Sie auf Ihrem weiteren Lebensweg treue Begleiter sein.

Möchten Sie sich mit diesen Symptomen auseinandersetzen und genauer hinschauen, um Lösungen zu finden, dieses „System“ zu verlassen, dann freue ich mich auf Sie!

Es erfordert viel Kraft mit seinen Themen alleine zu leben, aber es bedarf Mut sich unterstützen zu lassen – ich kann das gut nachvollziehen, deshalb biete ich Ihnen ein kostenloses Erstgespräch zum Kennenlernen an. 

Wenn Sie sich für eine Zusammenarbeit, wie diese aussehen soll, liegt in Ihrem Ermessen, entscheiden, dann schließen wir einen Behandlungsvertrag ab. Das schafft Transparenz und Vertrauen. 

Die reguläre Behandlungseinheit beträgt 60 Minuten – 68 Euro. 

Kontaktieren Sie mich telefonisch unter 030/86 38 74 68 oder per Email anja.baeumer@raum-fuer-vertrauen.de und ich unterstütze Sie gern ein Stück auf Ihrem Weg. Ich biete Ihnen ein kostenloses Erstgespräch zum Kennenlernen an. 

 

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