Verzeihen und Vergeben

Wie geht es Ihnen bei dem Thema Verzeihen und Vergeben?

Das Thema begleitet mich schon lange. Wo liegt der Unterschied für Sie?

Meines Erachtens nach, ist das Verzeihen ein schnellerer Schritt. Ich kann mit dem anderen noch einmal einen Neustart beginnen. Die Situation ist aus dem Weg geräumt.

Vergebung ist ein länger andauernder Prozess für mich. Hier gehe ich den Weg der Akzeptanz. Das heißt nicht, dass ich es gut finden muss. Ich finde, Vergebung ist für das eigene Seelenheil wichtig und wir müssen es nicht mit dem Gegenüber kommunizieren. Es heißt auch nicht, dass der andere wieder einen Platz im eigenen Leben erhalten muss.

Jeder macht „Fehler“ oder empfindet an irgendeinem Punkt in seinem Leben, dass er sich in manchen Situationen nicht korrekt oder fair anderen Menschen gegenüber verhalten hat.
An solchen Punkten angekommen, habe ich mich aktiv bei Menschen entschuldigt.

Menschen zu vergeben ist ebenfalls eine bereichernde Erfahrung in meinem Leben geworden, allerdings haben sich manche Vergebungsprozesse über einen längeren Zeitraum erstreckt.
Ich habe bei diesen Themen immer „aus dem Bauch“ heraus gehandelt

Neue Denkanstöße aus einem Buch von Paul Ferrini.

Ist es nicht schön, immer wieder neue Denkanstöße zu erhalten. Ich habe sie durch das großartige Buch von Paul Ferrini – „Die zwölf Schritte der Vergebung – Aus der Tiefe des Herzens leben“ bekommen.

Ich fand es so wunderbar geschrieben, dass es mich inspirierte den Themen meinen 1. Blog zu widmen und die Darstellungen des Autors zu teilen.

In diesem Buch gibt er Ratschläge, wie wir über Vergebung aus der Dunkelheit ins Licht gelangen können. Es ist nicht gewollt, dass die Dunkelheit ignoriert oder das Licht vergessen werden, nein, vielmehr, alles gehört zusammen.

Die 4 Säulen der Vergebung:

Der Autor beschreibt u. a. die 4 Säulen der Vergebung in seinem Buch.

  1. Vergebung beginnt im eigenen Herzen und betrifft die anderen nur am Rande.
  2. Vergebung ist nicht an Bedingungen geknüpft, sie kann nicht teilweise erteilt werden.
  3. Vergebung ist ein fortlaufender Prozess, sie erfolgt auf Reaktion jedes Urteils über uns selbst oder andere.
  4. Jede Geste der Vergebung ist ausreichend, dass was wir im Moment tun, ist genug.

Die Annahme der eigenen Persönlichkeit mit all ihren Gegensätzen ist Teil der Heilung.

Warum brauchen wir Vergebung?

Jeder von uns hat sich schon mal selbst verurteilt. Jeder von uns hat schon versucht sich dem „Selbsthass“ zu entziehen, indem er die Verantwortung seiner Probleme auf andere übertragen hat. Das funktioniert nicht. Andere Menschen anzugreifen oder sich auf Angriffe von anderen zu verteidigen, vermindert nicht das tiefsitzende Urteil über uns selbst. Wir alle brauchen Heilung und deshalb ist Vergebung so wichtig. Der Prozess dauert so lang, so lange wir uns und andere beurteilen.

Akzeptanz und Selbstliebe

Nur Akzeptanz bringt Liebe zu den inneren Narben und neutralisiert Bewertungen.

Wenn der Dorn der Schuld und Schamgefühle aus dem eigenen Herzen gezogen werden kann, dann läuft der Prozess der Vergebung und erst dann ist es möglich es dem anderen anzubieten.

Dann öffnet sich unser Herz für die Liebe und Liebe heilt alle Wunden.

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